Bachhaus Eisenach

Museum der Neuen Bachgesellschaft e.V.

05.10.2016

Babst'sches Gesangbuch (Nürnberg, 1563): Luthers Katechismuslied vertonte Bach u.a. in seiner Kantate „Christ unser Herr zum Jordan kam“ (BWV 7) sowie in seiner Clavier-Übung Teil 3, die Bach zum Leipziger Reformationsjubiläum 1539 auf eigene Kosten drucken ließ. Foto: Bachhaus Eisenach.

„Bach und Luther“

Das Reformations-Jubiläum 2017 im Bachhaus Eisenach

Das Bachhaus Eisenach feiert das Reformations-Jubiläum 2017 mit zwei Ausstellungs-Projekten.

In Eisenach kreuzen sich die Fußspuren Johann Sebastian Bachs und Martin Luthers: Hier ging Luther zur Schule und übersetzte später das Neue Testament, hier wurde Bach geboren und besuchte die gleiche Schule wie zuvor Luther. Beide erhielten hier den ersten Musikunterricht und sangen im Chor der Georgenkirche. 35 Kirchenlieder schuf Luther später – viele von ihnen verwendete Bach in seinen Chorälen, Kantaten und Oratorien.

Das Bachhaus Eisenach feiert das Reformations-Jubiläum 2017 mit zwei Ausstellungsprojekten: Die Sonderausstellung „Bach und Luther“ widmet sich ab dem 28. April Bachs vierzehn „Luther-Kantaten". In diesen verwandelte Bach Luthers Gemeindelieder in Eingangs- und Schlusschöre mit prächtiger instrumentaler Besetzung, ja einige dieser Kantaten bestehen sogar nur aus Luther-Texten, etwa „Ein feste Burg ist unser Gott“ (BWV 80), oder „Christ lag in Todes Banden“ (BWV 4). Die Ausstellung erläutert die Entstehung zugrundeliegenden Luther-Lieder, ihre theologischen Aussagen und Luthers Absichten ebenso wie Bachs Musik und seine kunstvollen Wortausdeutungen. Durch die audiovisuelle Begleitung eines Chorprojekts, das Bachs Lutherkantaten zum Reformationsjubiläum einstudierte, gewinnt die Ausstellung zugleich eine gegenwärtige Komponente. Eine Vorschau auf die Ausstellung wird ab dem 9. März im Berliner Dom zu sehen sein.

Ebenfalls 2017 eröffnet im Bachhaus der neue Dauerausstellungsbereich „Bachs theologische Bibliothek“. Seit dem Beginn der „Luther-Dekade“ 2008 sammelt das Bachhaus Parallelausgaben der 52 theologischen Bücher in 81 Bänden, die sich ausweislich des Nachlassverzeichnisses in Bachs Bibliothek befanden. Sie zeugen von Bachs umfangreicher Beschäftigung mit Religionsfragen, besonders mit Luthers Theologie – Lutherschriften machen mehr als ein Viertel der Bibliothek aus –, aber auch mit der Kirchengeschichte, dem Konfessionenstreit, der Mystik und mit dem Pietismus verbundenen Autoren wie Philipp Jacob Spener und August Hermann Francke. Die fertige Rekonstruktion dieser „Theologischen Bibliothek“ Johann Sebastian Bachs, ergänzt um Hörspiele und vielfältige musikalische Bezüge zu Bachs Werken, präsentiert das Bachhaus in einem eigens dafür geschaffenen neuen Raum der Dauerausstellung ab dem 21. März 2017.

„Bach und Luther“: Sonderausstellung im Bachhaus Eisenach, 28.4. bis 5.11.2017, täglich geöffnet 10.00 bis 18.00 Uhr. Vorschau: Berliner Dom, ab 9.3.2017.

„Bachs theologische Bibliothek“: Neuer Dauer-Ausstellungsbereich im Bachhaus Eisenach, ab 21. März 2017.

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